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Im Folgenden reißen wir einige aktuelle Themen kurz an,
die zur Idee von Workflow-Systemen beigetragen haben und
damit deren Sinn verdeutlichen sollen.
Funktion vs. Prozess
- Während man bisher durch Software lediglich einzelne Funktionen
eines Prozesses abgedeckt hat, wie etwa die Produktionsplanung
und -steuerung (PPS), Finanzbuchhaltung usw., zielt nun der
Fokus auch auf die Interaktion dieser Funktionen innerhalb eines
Prozesses.
Diese ganzheitliche Sichtweise hat enorme Vorteile, wenn nicht
mehr einzelne Funktionen (z.B. Entwicklung, Beschaffung, Produktion,
Vertrieb, Versand, Buchhaltung) autark arbeiten,
sondern ganze, essentiell zusammengehörende Prozesse
integriert funktionieren. Beim Workflow-Entwurf werden nicht mehr
Ziele einzelner Funktionsbereiche betrachtet, sondern Funktionen
nur im Hinblick auf die unternehmerischen Gesamtziele akzeptiert.
Dienstleistung
- In den letzten hundert Jahren hat sich physische Arbeit
in den meisten Branchen, wie z.B. industrieller Produktion
oder Landwirtschaft, stark verändert. Durch den massiven
Einsatz von Technik, insbesondere durch maschinelle Automation,
konnte die Arbeit ganz erheblich rationalisiert werden.
In der Dienstleistung und in wissensbasierten Produktionsbereichen
(z.B. der Medien- oder Softwareindustrie) gab es diese
Produktivitätsfortschritte jedoch nicht in dieser Form.
Das Potential der dienstleistenden Branchen und Unternehmensteile liegt
zu einem großen Teil eben nicht in der Automatisierung der Tätigkeiten an
sich, sondern der Organisation derselben.
Ziel ist es damit, das Potential der teuren und kreativen
Ressource Mensch sinnvoller und vor allem effizienter einzusetzen,
indem man sie durch Technik von sekundären Arbeiten befreit, wie
etwa Informationsbeschaffung und -verteilung, Datenerfassung,
Archivierung, Berichterstellung usw.
Echtzeit-Kollaboration
- Das Internet ermöglicht heute den automatisierten Austausch von
Informationen und damit das Zusammenwachsen von abteilungs- und
unternehmensübergreifenden Produktionsketten. Während früher
eine einzige Kundenbestellung jede Menge manuelle Anfragen,
Subaufträge, Bestätigungsfaxe und Lieferscheine auslösten,
läuft diese Zusammenarbeit nun automatisiert in Echtzeit ab
- zum Vorteil für alle Beteiligten.
Informationen und Flexibilität
- In der jüngeren Vergangenheit sind die Anforderungen an Unternehmen
besonders stark gestiegen. Beispielsweise fordert der Markt
heute viel schnellere Reaktionszeiten auf Änderungen im
Kundenverhalten. Das bedeutet, dass es nicht mehr reicht,
aufgrund von Quartals- oder Halbjahreszahlen Entscheidungen
zu treffen. Echtzeit-Informationen und darauf aufbauende
effektive Steuerungsmechanismen sind heute immer öfter wettbewerbsentscheidend.
Personalisierung
- Ebenso fahren immer mehr Unternehmen eine differenzierte Produktpolitik.
Ein Auto können Sie sich heute in Millionen verschiedener Varianten
konfigurieren. In anderen Bereichen ist das ähnlich, denn Produkte und
Services werden immer individueller, werden personalisierbar (Mass Customization).
Diese wachsende Komplexität in Produktion und Administration muss überschaubar
und vor allem steuerbar werden.
Qualität
- Eine Vielzahl von Unternehmen unterliegen außerdem sich teilweise
ändernden Normen und Qualitätsmanagement-Anforderungen (Gesetze,
ISO 9000, EPM, Six Sigma etc.). Damit diese Methoden und Standards nicht zur
Produktivitätsbremse werden, sondern einen echten Mehrwert schaffen,
bedarf es dringend einer integrierenden Instanz, die keinen Unterschied
zwischen Tagesgeschäft und QM-Anforderungen zulässt. Workflow-Management
verbindet diese beiden Welten mühelos.
So gibt es eine ganze Reihe weiterer Erkenntnisse und Systemen, die spezialisiert zu Begriffen
wie Supply-Chain-Management (SCM), Customer-Relationship-Management (CRM),
Enterprise-Content-Management (ECM), Service-Oriented-Architecture (SOA) usw. geführt haben.
Ein Wort trifft jedoch den Kern: Workflow, denn ein Workflow-Management-System
(WfMS) beschreibt, optimiert und integriert generell Prozesse und Systeme; ganz unabhängig
ob es sich dabei um das Management von Lieferanten-, Kundenbeziehungen oder
um andere Formen der Informationsverarbeitung handelt.
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